Aktuelles

März 2018: VfGH beschließt Prüfung des Personenstandsgesetzes

VfGH beschließt amtswegige Prüfung des Personenstandsgesetzes: Sind Betroffene im Recht auf geschlechtliche Identität beschränkt?

Nach einer Klage der intergeschlechtlichen Person Alex Jürgen* beschließt der Verfassungsgerichtshof (VfGH) in einem heute veröffentlichten Prüfungsbeschluss die amtswegige Prüfung des Personenstandgesetzes. Damit äußert der VfGH berechtigte Zweifel an der aktuellen Handhabung des Gesetzes, wonach das Geschlecht einer Person zwingend als „männlich“ oder „weiblich“ anzugeben ist. Diese Praxis könnte gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen, da sie intergeschlechtlichen Menschen wie Alex Jürgen* einen wahrheitsgemäßen Eintrag des eigenen Personenstands verwehren. Denn: Alex Jürgen* ist nicht „männlich“ oder „weiblich“, sondern eben als intergeschlechtlich zur Welt gekommen.

Für die Menschenrechtsinitiativen VIMÖ, Plattform Intersex Österreich und die HOSI Salzburg ist der heutige Prüfungsbeschluss ein Schritt in die richtige Richtung.

Weiterlesen: gemeinsame Presseaussendung von VIMÖ, Plattform Intersex und HOSI Salzburg

November 2017: Deutscher Verfassungsgericht entscheidet für eine dritte Option!

Das Bundesverfassungsgericht hat am 10.10.2017 entschieden, dass die momentane Regelung zum Geschlechtseintrag verfassungswidrig ist. Laut dieser Entscheidung darf entweder gar kein Geschlechtseintrag vorgeschrieben werden oder es muss eine dritte Option geschaffen werden. Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber dazu angewiesen, das Personenstandsrecht bis zum 31.12.2018 entsprechend zu ändern.

Mehr dazu unter: http://dritte-option.de/

November 2017: Veröffentlichung der deutschsprachigen OII Europe Info-Broschüre

Gemeinsam mit OII Europe, OII Deutschland und ILGA Europe veröffentlicht VIMÖ die deutsche Übersetzung vom „Toolkit“ zum Thema Intergeschlechtlichkeit: „Die Menschenrechte Intergeschlechtlicher schützen – Wie können Sie helfen“ informiert euch wie ihr solidarisch als engagierte Einzelpersonen, Gruppe und/oder Organisation, inter* Personen unterstützen könnt!

Toolkit Deutsch

Oktober 2017: Veröffentlichung der Resolution des Europarat-Parlaments

Eindeutige Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten kommen erneut aus dem Europarat – diesmal die erste Resolution zum Thema Intergeschlechtlichkeit von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, welche dort mit großer Mehrheit beschlossen wurde:

2017-10 Intersex Resolution CoE Parliamentary Assembly

April 2017: Intersex Conference Vienna

Vielen Dank an alle Unterstützer*innen und alle, die dabei waren – die Konferenz war ein voller Erfolg!

Alle Vorträge wurden von oktoTV aufgezeichnet (die Videos finden Sie hier auf YouTube), die Podiumsdiskussion finden Sie hier und einen detaillierten Bericht über die Tagung gibts

März 2017: OII Europe 1st Intersex Community Event Vienna

Wir hatten die Ehre, zum allerersten OII Europe Community Event einladen zu dürfen. 2 Tage, 30 Aktivist*innen – Vernetzung, Austausch und politische Arbeit. Das gemeinsam entworfene Vienna Statement

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Februar 2017: ORF Am Schauplatz – Weder Frau noch Mann?

Ein Jahr lang begleitete Dokumentarfilmerin Nora Zoglauer den InterAktivisten Tobias Humer, seine Familie und Aktivistenkollege Alex Jürgen. Außerdem kommen noch andere intergeschlechtliche Menschen sowie Weggefährtinnen & auch Mediziner zu Wort. Herausgekommen sind fünfzig spannende, ehrliche Minuten Film.

zum nachsehen auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=bQ_Zu2BWTHw


August 2017: WE ARE REAL – The Growing Movement Advancing the Rights of Intersex People

Astraea Lesbian Foundation for Justice ist momentan Hauptsponsorin der weltweiten Inter*Bewegung – auch von uns : ) Danke an dieser Stelle! – und hat sich deshalb die letzten Jahre viel mit Inter*Organisationen aus der ganzen Welt auseinandergesetzt.

So ist nun in Zusammenarbeit mit einigen engagierten Aktivist*innen eine Broschüre entstanden für alle, die sich einen Überblick über die weltweiten Strategien, Ziele und Erfahrungen verschaffen möchten.

oder Website besuchen

Juni 2016: Gericht entscheidet über drittes Geschlecht

Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich entscheidet über die Anerkennung eines dritten Geschlechts. Eine intergeschlechtliche Person, die weder männlich noch weiblich ist, hatte am Standesamt Steyr beantragt, ihren Geschlechtseintrag im Geburtenbuch auf „inter“, „anders“, „X“ oder eine ähnliche Bezeichnung zu berichtigen. Über die Beschwerde gegen die Ablehnung des Standesamtes erntscheidet nun das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich. Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL), Österreichs Bürgerrechtsorganisation für homo- und bisexuelle sowie transidente und intersexuelle Menschen, bezeichnet den Fall als wegweisend für die Rechte intergeschlechtlicher Menschen.

mehr Infos dazu:
http://www.rklambda.at/index.php/de/314-historisch-gericht-entscheidet-ueber-drittes-geschlecht